Unsere Peterskirche

Die Lomersheimer Peterskirche 

 

Im Sommer 2009 feierte die evang. Kirchengemeinde Lomersheim das 550-Jahr-Jubiläum der Peterskirche, einer schlichten Dorfkirche, die die Mitte des „Fleckens“ beherrscht und der Mittelpunkt des Gemeindelebens ist. Anlass für die 550-Jahr-Feier war der Inschriftstein, der über dem Südportal der Kirche eingebaut ist und in lateinischer Sprache bezeugt, dass am 28. Juli 1459 „dieses Bauwerk durch Meister Balthasar aus Horrheim vollendet“ wurde. (Dieser Baumeister hatte ein Jahr zuvor auch die Kirche im Nachbardorf Mühlhausen an der Enz errichtet) Eine Pergamenturkunde sagt aus, dass der Altar am 27. September 1462 durch einen Bischof von Speyer geweiht wurde, nicht nur dem Apostel Petrus, sondern auch den Heiligen Kosmas, Damian, Dorothea und Elisabeth.

 

Der Name Lomersheim ist im Jahr 800 erwähnt und taucht dann immer wieder in Urkunden auf. Wenn es ein Dorf gab, muss auch eine Kirche dagewesen sein. Sie ist erstmals am Ende des 13. Jahrhunderts urkundlich belegt. Um 1400 ging sie aus dem Besitz der Herren von Lomersheim an das Kloster Maulbronn über. Auch damals war es schon eine „Sant Peters Kirche“, sie stand aber wahrscheinlich nicht am Ort der heutigen , sondern mehr im Zentrum des damaligen Dorfes, also neben dem Rathaus.

 

Nachdem die Region im 17. Jahrhundert durch Kriege und Seuchen weitgehend entvölkert war, wuchs im 18. Jahrhundert Lomersheims Einwohnerzahl stark an. Deshalb wurde die Peterskirche stark vergrößert, indem die Nord- und Westwand nach außen verschoben und Emporen eingebaut wurden. Immer wieder gab es kleinere Baumaßnahmen, die radikalste Umgestaltung fand in den Jahren 1959 und 1960 statt: Die Emporen auf der Nord- und Südseite und im Chor wurden entfernt, die Orgel aus dem Chor in die Nordostecke des Schiffs und die Kanzel von dort in die Südostecke verlegt, der Holzaltar mit den geschnitzten seitlichen Gittern durch einen schlichten Sandsteinaltar ersetzt. – Das Äußere wurde 1986 renoviert, bei den jüngsten Maßnahmen 2006-2007 verlegte man die Orgel auf die Westempore und bemühte sich, den früheren Charakter des Raumes wiederzubeleben, indem man z.B. die unpassenden Granitelemente durch Sandstein ersetzte.